Auslagerung von Pensionszusagen: Ein Problemlösungsweg!

20. September 2016 - 14:23

Immer mehr Unternehmen mit Pensionszusagen „leiden“ unter den Bilanzierungsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) aus dem Jahr 2009. Unternehmen mit Pensionszusagen werden seit dem verpflichtet, die Pensionszusagen in Steuer- und Handelsbilanz unterschiedlich zu bewerten. Insbesondere der Ausweis in der Handelsbilanz hat Negativeffekte, die selten gewünscht sind.

Eine Lösung des Problems besteht in der Auslagerung der Pensionsverpflichtung auf einen Pensionsfonds. Ein Pensionsfonds hat zunächst nicht unmittelbar etwas mit Investmentfonds zu tun, obwohl der Name dies vermuten lässt.  Ein Pensionsfonds ist vielmehr ein international üblicher Begriff für von einem Arbeitgeber  ausgegliedertes Sondervermögen zum Zweck der Finanzierung von betrieblicher Altersversorgung. Mit anderen Worten: Es handelt sich hier um einen selbstorganisierten „Spartopf“ des Unternehmens, um Pensionsleistungen zu erbringen. Dieser Spartopf kann eben unter anderem dazu genutzt werden, Pensionszusagen dahin auszulagern. Mit der Auslagerung, die steuerrechtlich durch die Vorschriften der §§ 3 Nr. 66 und 4e Abs. 3 EStG flankiert wird, erreicht das Unternehmen, dass die Zusage aus der Bilanz ganz oder teilweise eliminiert wird.

Die Übernahme einer Pensionsverpflichtung erfordert allerdings seitens des Unternehmens, welches auslagern will, nicht unerhebliche Liquidität, da der Pensionsfonds nach versicherungsmathematischen Grundsätzen kalkulieren muss, damit eine zugesagte Pension auch lebenslang erbracht werden kann. Anders als eine Rückdeckungsversicherung, die als Finanzierungsinstrument von Direktzusagen weite Verbreitung genießt, ist ein Pensionsfonds jedoch weitgehend frei in seiner Kapitalanlagestrategie.

Auf einen Pensionsfonds kann immer nur der so genannte Past-Service, also die bis zum Auslagerungszeitpunkt tatsächlich bereits unwiderruflich erdiente Anwartschaft ausgelagert werden. Dadurch geht zunächst immer ein Teil der Pension „verloren“. Dieser Verlust des so genannten Future-Service, also der noch nicht erdienten Anwartschaft, kann jedoch über eine parallele Neuinstallation einer rückgedeckten Unterstützungskasse bilanzneutral ausgeglichen werden.

Das Instrument des Pensionsfonds wird von fast allen Versicherern angeboten, die auch aktiv im Geschäftsfeld Betriebliche Altersversorgung unterwegs sind. Aber aufgepasst: Pensionsfonds ist nicht gleich Pensionsfonds! Hier gibt es tatsächlich gravierende Unterschiede z.B. hinsichtlich Flexibilität und auch Anlagemedien und Anlageerfolge.

Die wesentlichen Vorteile der Auslagerung von Pensionszusagen auf Pensionsfonds auf einen Blick:

1. Entlastung der Bilanz durch Herauslösung von bestehenden Pensionszusagen
2. Steigerung des Unternehmenswertes durch eine verbesserte Bilanzsituation
3. Schutz der Versorgungszusagen vor Insolvenz
4. Keine Pensionsverwaltung und damit auch keine Verwaltungskosten
5. Wegfall der Kosten für die jährliche handels- und steuerrechtliche Bewertung der Pensionsrückstellungen.

Bei Fragen zu dem Thema stehen Ihnen die Spezialisten der S&E-Abt. Vorsorgemanagement gerne zur Verfügung.

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